THORSTEN GROBLER

Wie alles begann

Eigentlich wollte ich einmal Profi-Fußballer werden. Das Talent war wohl da, aber vielleicht fehlte die letzte Konsequenz. Schließlich hörte ich auf den Rat der Familie: „Mach etwas Solides.“ Also folgte auf mein Abitur der damals obligatorische Wehrdienst. Da mich das Reisen schon immer faszinierte, absolvierte ich im Anschluss eine kaufmännische Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann. Daraufhin führte mich ein internationales Doppelstudium der Betriebswirtschaftslehre und Europäischen Studien nach England, Südafrika und in die USA. Später schloss ich noch ein Executive MBA-Aufbaustudium der Unternehmensführung in Warwick (UK) ab.

Virus Familienunternehmen

Während des Studiums gründete ich mein erstes Unternehmen: Ich beriet kleine und mittelständische Reisebüros beim Aufbau und der Weiterentwicklung von Reisedienstleistungen für Firmenkunden. Zudem habe ich Reisen für Studenten vermarktet. Schon damals wurde ich auf die Nachfolgeproblematik im Mittelstand aufmerksam. Ein Unternehmer bot mir seine Nachfolge an. Damals ein attraktives Angebot, aber für mich zu früh. Die Welt der DAX Konzerne schien mir viel zu verführerisch. Deshalb entschied ich mich für anderes attraktives Angebot als Strategieberater des Top Managements der Lufthansa AG. Diese Aufgabe war sehr spannend und aufschlussreich. In dieser Zeit baute ich unter anderem durch die Zusammenarbeit mit McKinsey, Bain und Roland Berger sehr viel Methodenwissen auf und lernte viel über Führungsstrukturen und Entscheidungsprozesse. Einige Zeit später wurde ich durch das damals in der Welt am schnellsten wachsende Unternehmen der Genussmittelbranche abgeworben und übernahm die Verantwortung für die Geschäftsentwicklung in Zentral- und Osteuropa. Dort lernte ich eine neue Unternehmenskultur kennen. Ich war beeindruckt von der positiven Dynamik und der enormen Entscheidungsgeschwindigkeit. Seitdem lässt mich der Virus Familienunternehmen und Unternehmertum nicht mehr los. Deshalb suchte ich für mich eine Beteiligung, die ich schließlich in einer Mittelstands-Holding fand. In dieser Zeit befasste ich mich intensiv mit den kritischen Erfolgsfaktoren von Familienunternehmen. Hier ging es um Nachfolge, Wachstum, Transformation oder auch Restrukturierung. Nach zahlreichen erfolgreichen Transaktionen veräußerte ich schließlich meine Unternehmensanteile. Nach kurzer Zeit übernahm ich die Geschäftsführung in einem internationalen Familienunternehmen mit breit gefächertem Produkt-Portfolio. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise dauerte die Erreichung der gesetzten Ziele jedoch länger als geplant. Nach erfolgreichem Abschluss war für mich dann aber klar, dass ich mich erneut selbstständig machen wollte. Folglich gründete ich 2011 TG Beratung & Interim Executive Management. Seitdem unterstütze ich Familienunternehmen als Externer bei der Gestaltung des erfolgreichen Wandels. Ich mache Unternehmen fit für die Zukunft.

Die Gegenwart als Interim Manager

Auch wenn ich in den letzten Jahren immer wieder verlockende Angebote als festangestellter Geschäftsführer oder Vorstand erhalten habe, stellten diese bislang keine wirkliche Option für mich dar. In diesen Rollen ist meiner Erfahrung nach ein gesundes Maß an unternehmerischer Gestaltungsfreiheit erforderlich, um ein Unternehmen wirklich erfolgreich weiterzuentwickeln. Ich möchte etwas bewirken und Unternehmen helfen, ihre Ziele zu definieren und zu erreichen. Dabei treibt mich meine Neugierde und die Freude am Lösen komplexer Fragestellungen an. Natürlich bin ich mir meiner Verantwortung gegenüber der Unternehmerfamilie und den Gesellschaftern bewusst. Es mag einfach klingen: Ich möchte etwas unternehmen! Und die Rückmeldungen zeigen, dass ich meine Berufung gefunden habe!

Mein Beruf ist sehr zeitintensiv, aber auch sehr erfüllend. Deswegen achte ich auf den privaten Ausgleich. Entspannung finde ich als Hobbykoch und Golfer. Mit Laufen, Mountain-Biking und ausgedehnten Wanderungen halte ich mich fit. Außerdem gilt mein Interesse dem Weinanbau, so dass über die Jahre auch ein gut bestückter Weinkeller entstanden ist.